
zur zeit
c/o jva bruchsal schönbornstrasse 32
d-76646 bruchsal
jetzt auch als Buch!
“nachrichten aus dem Strafvollzug”
erschienen im Mai 2010 im Blaulicht-Verlag. Essays und Gedichte ISBN:978-3-941552-04-3
am 15. mai 1971 geboren, sitze ich seit der festnahme 1996 in haft, erst in isohaft in stuttgart stammheim bis frühling 1998, dann etwas “gelockert” im bayrischen
straubing, seit herbst 1998 in isohaft in bruchsal. verurteilt wurde ich 1997 wegen eines bankraubs mit geiselnahme, anlässlich dessen geld für legale und illegale linke politische projekte organisiert werden sollte. ich bin ein so genannter red-skin / rash = red & anarchist skinhead und da ich mich mitunter deutlich ausdrücke, erfolgten 2000 und 2004 weitere verurteilungen wegen nötigung, beleidigungen, bedrohungen – wie die juristen es nennen – “zum nachteil” von vollzugsjuristen, richtern, staatsanwälten, sowie ein paar politikern (u.a. bundeskanzler schröder, bayrischer innenminister beckstein, hessischer ministerpräsident koch). insgesamt stehen 16 jahre 9 monate und drei wochen freiheitsstrafe an (ende 2013) und danach sicherungsverwahrung, d.h. eine entlassung ist unabsehbar.
ein wort zu der geiselnahme an dieser stelle: auch wenn es schlussendlich darum geht für eine bessere, eine freiere welt einzutreten, letztlich also eine gesellschaftsform die ohne gewalt auskommt, sehe ich keinen anlass das was ich getan habe zu bereuen, so schockierend das erlebnis für die geiseln in der bank auch war (physisch wurden sie nicht verletzt, aber die bedrohung mit schusswaffen über einige stunden hinweg, war unzweifelhaft ein psychischer schock). es ist nicht leicht die richtigen worte zu finden (zumal alles was ich schreibe erst über die zensur der gefängnisleitung geht); es geht weder um die marginalisierung der seelischen verletzungen der geiseln, noch um eine heroisierung dessen was ich getan habe. das ich nicht “bereue” warf mir schon 1997 das gericht vor, das mich verurteilte … am ende bleibt vielleicht nur – schweigen!?
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Was für ein “Held”…!
Auf das er und seinesgleichen auf ewig dort verschmoren….!!
Hier scheint jemand auf den Spuren von Jossif Dschugschwili(Stalin) zu wandeln,der die SDAPR und Bolschewiki auch mit Banküberfällen finanziell
unterstütze bis Lenin und Parteivorstand derartiges verbot,um der Bewegung nicht zu schaden.
Hi,
die Tat ist abgestraft und gesühnt soweit.
Ich finde beachtlich das “Thomas” nun seit vielen Jahren schon schreibt und veröffentlicht.
Es ist ausgesprochen schwer nach Haftverbüssung in einem “bürgerlichen” Leben Fuss zu fassen.
Wollte nur Danke für die guten und informativen Texte sagen. Weiter so.
Guten Tag,
so lange lebendig begraben!, ich finde es erstaunlich mit welchem Enthusiasmus und Engagement die verschiedenen Texte erarbeitet sind.
Hoffendlich bald frei!
Lieber Thomas. Ich bin weder rechts noch links. Bezeichne mich als “liebenden Menschen”. Manche würden mich als “Esotante”oder “Spirituell” bezeichnen. Aber auch diese “Bezeichnung” ist nur ein Ausschnitt dessen, was “Ich Bin”. Nur zur Erklärung.
Seit 1 Jahr begleite ich Menschen in der SV. Ich möchte Ihnen nur sagen, dass ich es absolut konsequent finde, wie Sie Ihren Weg gehen. Meine Idee ist, (als “Alt-68 igerin”!), dass mit Anarchie nichts gewonnen wird. Obwohl wir ausgenommen, betrogen und für dumm verkauft werden, möchte ich mich eher Mahatma Gandhi u Nelson Mandela anschließen. Dennoch spüre ich nach 1 Jahr Begleitung von Menschen in der SV, wie Recht Sie haben und möchte meinen Hut vor Ihnen ziehen.
Die Tat müssen Sie nicht bereuen. Das war Ihre Entscheidung, wenn auch aus einer “Überzeugung” getan. Die Menschen, die unter der Tat in diesem Moment psychisch litten, könnten Sie höchstens um Vergebung bitten.
Ich verstehe, wenn Sie sagen, keiner kann mir verbieten die nächste Tat zu begehen, wenn ich rauskomme. Ja, die Entscheidung liegt bei Ihnen. Nur, eine Änderung im Großen werden Sie damit nicht erreichen. Sie nehmen ja die Konsequenzen, die aus solchem Denken erfolgt, in Kauf. Ok.Ist eben Ihre Entscheidung. Ich stelle mir auch eine Gemeinschaft ohne Gesetze vor. Nur, die wird noch lange nicht machbar sein. Da müsste sich das “Wesen Mensch” um 180 Grad drehen.
Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass sich Ihr “Schicksal” wendetund Sie bald frei kommen. Und vielleicht noch eine weitere, andere “Draufsicht auf die Dinge” bekommen.Von Herzen Marijam
Liebe Marijam,
Sie schreiben: “Die Tat müssen Sie nicht bereuen. (…) Die Menschen, die unter der Tat in diesem Moment psychisch litten, könnten Sie höchstens um Vergebung bitten.”
Wenn jemand eine Tat nicht bereut, wie bzw. auf welcher Grundlage soll er dann Menschen um Vergebung bitten? Das ist in höchstem Maße zynischen, mutet geradezu grotesk an.
“Ich verstehe, wenn Sie sagen, keiner kann mir verbieten die nächste Tat zu begehen, wenn ich rauskomme. Ja, die Entscheidung liegt bei Ihnen.”
Eben nicht. Das ist der Grund, weswegen wir in Deutschland über die Möglichkeit der Sicherheitsverwahrung verfügen. Keine freie Gesellschaft, kein friedlicher Mensch muss es dulden, dass andere die gleichen Freiheiten genießen, wenn sie nicht dazu bereit sind, ihren Mitmenschen körperliche und psychische Unversertheit zuzugestehen.