Situation

Zu meiner aktuellen Situation (Stand: Juni 2019):

Mittlerweile befinde ich mich seit rund 23 Jahren im Gefängnis, davon seit sechs Jahren in der Sicherungsverwahrung der Justizvollzugsanstalt Freiburg (https://www.jva-freiburg.de). Bis zum Ablauf der 10-Jahresgrenze im Jahr 2023 sind es noch vier Jahre. Wieso ist die 10-Jahresgrenze so bedeutsam? Da ich vor einer Gesetzesreform von CDU/FDP im Jahre 1998 den Banküberfall begangen habe, galt damals eigentlich eine Höchstgrenze von 10 Jahren Unterbringung in der SV. Eine Haftentlassung erfolgt vor Ablauf von 10 Jahren nur dann, wenn die Sozialprognose ausgesprochen positiv ist, d.h. mit größter Wahrscheinlichkeit keine neuen Straftaten zu erwarten sind.

Allerdings ändert sich nach 10 Jahren SV-Vollzug dieser Maßstab; danach ist für eine weitere Vollstreckung eine eindeutig negative Prognose erforderlich, sprich es muss mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten sein, dass auf Grund einer psychischen Störung weitere schwere Gewalttaten begangen werden.

Momentan besuche ich wieder die Gefängnisschule, um dann 2020 an den Abitur-Prüfungen teilzunehmen. Mittlerweile werde ich zudem bei den Ausführungen nicht mehr von drei Uniformierten, sondern von zwei Bediensteten bewacht (vier Mal im Jahr hat mensch in der SV die Möglichkeit, für ein paar Stunden die Anstalt zu verlassen, allerdings nur bewacht von Beamten der Haftanstalt).

Erfreulicherweise bin ich nach wie vor in der glücklichen Lage, dass es Menschen gibt, die mit mir Kontakt halten: via Brief, Telefon oder auch durch Besuche. Und es gibt auch jene, die finanziell ebenso helfen, wie durch lebenspraktische Unterstützung (bspw. meine Texte tippen, die Internetpräsenz sicherstellen). Zudem ist die Rote Hilfe e.V. stets solidarisch.

Wie es nach dem Abitur, oder dann 2023 weitergehen wird, das bleibt abzuwarten!

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5 Antworten zu “Situation

  1. Ich habe heute über beck-online von Ihrer Lage Kenntnis erhalten. Aus dem Bauchhirn heraus meine ich, dass Ihre Aussichten auf Freilassung besser wären, wenn Sie angesichts der Rechtslage kooperieren würden, um an einem Entlassungskonzept mitzuwirken.

    • Dazu bedarf es wohl keines „Bauchhirns“. Nun mag es auch Menschen geben, welche etwas konsequenter sind. Menschen, welche bestimmte Werte mehr schätzen, als die durch „mitspielen“ erkaufte Freiheit. Solche Menschen soll es geben.

  2. Pingback: Nachrichten aus dem Strafvollzug und Infos zur aktuellen Situation von Thomas Meyer-Falk « Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr

  3. Pingback: Nachrichten aus dem Strafvollzug und Infos zur aktuellen Situation von Thomas Meyer-Falk | Subversiv Gelsenkirchen

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