RAF-Gefangene : zur möglichen Freilassung von Klar und Mohnhaupt

MIn den letzten Tagen und Wochen überschlagen sich die Zeitungsberichte, aber auch Funk und Fernsehen in der Berichterstattung über eine mögliche Freilassung von Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar (RAF)., beide in Haft seit 1982, mithin-fast-25 Jahre.

Die Kommentatoren in taz, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung, junge Welt stehen einer Entlassung durchweg positiv gegenüber, befürworten eine Gnadenentscheidung für Christian Klar, sowie einen Bewährungsbeschluss des OLG Stuttgart für Brigitte Mohnhaupt
(letzterer ist in greifbarer Nähe, da am 22 Januar 2007 die Generalbundesanwaltschaft höchst selbst eine Entlassung von Frau Mohnhaupt beantragte).

Etwas skurril mutet jedoch der taz – Kommentar auf Seite 1 vom 22.01.2007 an, wo die RAF Gefangenen ultimativ aufgefordert wurden, sich zu entschuldigen. Als Leser fragt man sich : wofür ? Für ihren Kampf ? Für die Wahl ihrer Mittel ? Für die Toten ?
Es ist nicht bekannt, dass sich je ein Staatsdiener für all die Toten die im Rahmen der Polizeifahndungsaktionen in den 70´ern, 80´ern und 90´ern getötet wurden entschuldigt hätte, ganz zu schweigen davon saß keiner dieser Todesschützen jemals in Haft.

Die hier von einer sich selbst als politisch links einordnenden Tageszeitung verlangte Unterwerfungsgeste wäre, selbst wenn sie erfolgte, wenig sinnvoll.
Über Christian Klar berichtete der SWR- Rechtsexperte Michael Reissenberger in einem Interview (23.01.2007), er- Klar- habe „intern“ Reue gezeigt und seine Taten bedauert.
Ob dies nun zutrifft oder nicht mag dahinstehen, denn es hindert die Witwe Schleyers, sich unter eifriger Zuhilfenahme des Intellektuellenblattes „BILD“ die Verwahrung des
„Mörder meines Mannes“ bis zum Tod zu fordern. Und auch ein Politiker aus der Provinz (bad.württ. Justizminister GOLL, FDP) fordert via Frankfurter Rundschau vom 19.01.2007 man möge Klar nicht vor 2007 entlassen, da es schwer erträglich sei würde dieser zum
30. Jahrestag des „heißen Herbstes“ als Redner oder im Fernsehen auftreten.

So erfreulich eine baldige Freilassung der beiden auch ist, und viele der tausenden Mitgefangenen in Deutschland werden sich mit ihm freuen, kommt bei einigen Gefangenen
(wenig überraschend) ein Neidgefühl auf : „ warum die und nicht auch ich ?“.
Die Entlassung von zwei der letzten vier inhaftierten RAF – Gefangenen sollte meiner Ansicht nach , gerade im politisch linken Spektrum nicht dazu führen das Aktionsfeld Knast aus dem Blick zu verlieren. Immer noch sitzen über 80.000 Menschen alleine in Deutschland hinter Gittern !
Und viele der „Lebenslänglichen“ (über 2000) (also jener Inhaftierten mit Lebenslanger Freiheitsstrafe ) aber auch der anderen Gefangenen haben keine sozialen Kontakte, geschweige denn politische Fürsprecher wie Ex – Innenminister Baum und Ex- Außen/Justizminister Kinkel die in Richtung Klar und Mohnhaupt davon sprachen, 24 Jahre Haft seien genug der Sühne.

Eine Anti-Knastbewegung ist heute, angesichts der militärischen und polizeilichen Aufrüstung in den westlichen Staaten deshalb geradezu lebensnotwendig. Nicht nur für jene die schon aktuell in Haft sitzen, sondern auch gerade für jene die in den kommenden Kämpfen das Unglück haben werden hinter Gittern zu landen.

Freiheit – jetzt !

Thomas Meyer – Falk,
c/o JVA – Z. 3117,
Schönbornstrasse 32,
76646 Bruchsal
http://www.freedom-for-thomas.de

Der taz Kommentar : http://www.taz.de/pt/2007/01/22/a0204.1/text

Pm des OLG Stuttgart : http://www.olgstuttgart.de/servlet/PB/menu/1204197/index.html?ROOT=1182029

SWR Kommentar Reissenberger : http://www.inforadio.de/static/dyn2sta_article/218/166218_article.shtml

Mai 2007 Thomas Meyer – Falk

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2 Antworten zu “RAF-Gefangene : zur möglichen Freilassung von Klar und Mohnhaupt

  1. Hallo,
    warum erwatet ihr Genade,nur weil dreizig Jahre ins Land gezogen sind? die Personen sind ihre Zukunft beraubt worden,sie waren in niedrenD

  2. Gerne hätte ich meine ehrliche Meinung geschrieben,aber leider ist es wohl nicht möglich denn bei 0 Kommentare kann es keinen gleichen geben.Aber eins ganz klar, auch nach dreizig Jahren keine Vergebung,aus welchen Grund.

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